Naturschutzprojekte

Kevin’s Naturschutzprojekt – POW

Dufourspitze

Von der kindlichen Wandern-Passion zum Umweltschutz – POW

Unüblich für einen jungen Menschen ging ich in unserer zweiten Heimat Samnaun bereits früh in meiner Kindheit unglaublich gerne wandern. Wo andere Gleichaltrige eher fragen würden, wie lange es noch bis zum Gipfel dauert, hat es für mich und meine Mutter erst richtig begonnen. Wir haben zusammen den Samnauner «Wanderpass» regelrecht abgespult, wobei bestimmte Gipfelziele im Tal auf einer Karte abgestempelt werden mussten. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie gut es sich bei solchen Wanderungen angefühlt hat, sich in der Natur bewegen zu können, frische Bergluft einzuatmen, die Sonne auf der Haut zu fühlen (das habe ich als Junge wirklich gedacht 😊) und der Stille in den Bergen zuzuhören. Diese Verbundenheit zu den Bergen & der Natur hat mich seither nicht mehr losgelassen, nur sind die Routen etwas steiler und luftiger geworden.

Am Ost-Nordostgrat der Lenzspitze (4’294 m.ü.M)

Die Berge als Zufluchtsort vom beschleunigten Alltag

In all der Hektik, dem Leistungsdruck und der Rastlosigkeit des modernen Lebens ist es für mich heutzutage ungemein wertvoll zu wissen, dass es mit den Bergen einen Ort gibt, der für mich Ruhe und Klarheit bietet. Bereits John Muir, Naturphilosoph und Begründer einer der ersten Naturschutzorganisationen, dem «Sierra Club», erkannte dies im 19. Jahrhundert:

Tausende von erschöpften, zivilisationsmüden Menschen beginnen zu entdecken, dass der Gang in die Berge einer Heimkehr gleicht. Sie begreifen, dass die wilde Natur lebensnotwendig ist und dass Naturparks und Reservate nicht nur Schlagholz und Wasser zum Bewässern liefern, sondern wahre Quellen des Lebens sind.

John Muir (1838 – 1914) – Mitgründer des Sierra Clubs, der ältesten und größten Naturschutzorganisation in den Vereinigten Staaten.

Als leidenschaftlicher Skitourengänger, Kletterer und Bergsteiger ist für mich die natürliche Bergwelt weitaus mehr als eine sportliche Arena. Sie lässt mich immer wieder die ursprüngliche und unverfälschte Beziehung von mir zur Natur nachspüren. Gerade diese natürliche Bergwelt steht wie so vieles unter akuter Bedrohung durch die Klimakrise: auftauender Permafrost, schwindende Gletscherfestungen, Felsstürze, Wetterkapriolen und ein massiver Rückgang der Biodiversität. Der früher im Samnauner Wanderpass zu absolvierende «Sulner Gletscher», von dem bereits vor rund zwanzig Jahren nur noch wenig übrig war, ist heute im Wanderführer nur noch als «Sulner Moräne» aufgeführt. Läuft alles so weiter, so wird Bergsport ein kurzes Phänomen in der Geschichte der Menschheit sein, auf das nachkommende Generationen in 200 Jahren sehnsüchtig zurückblicken.

Unterwegs zur Dufourspitze (4’634 m.ü.M) neben dem stark rückgängigen Gornergletscher

Bergsport als emotionales Instrument zur Umweltsensibilisierung

Heute ist Bergsport demnach ein Instrument, den Menschen die Schönheit und damit auch den Wert der Natur näherzubringen und gleichzeitig aufzuzeigen, dass dieser Ort akut bedroht ist durch unser Tun. Neben dem Wissen rund um den Klimawandel, welches man durch Dokumentationen, der Schule oder durch Freunde & Bekannte erhält, war es für mich die leidende Bergwelt als mein Zufluchtsort, die in mir eine starke, emotionale Betroffenheit für die Klimakrise ausgelöst hat.

Unberührte Abfahrt auf dem Ochsenteppich (selbst ernannter Hang im Zanderstal, Samnaun)

Protect Our Winters Switzerland – POW

POW setzt an diesem Potenzial von Bergsport an: sie wollen aus Natursportlern Umweltschützer machen. In den Bereichen:

– Interessensvertretung
– Ernährung
– Mobilität
– Bildung

will die Organisation das Bewusstsein & das Engagement der Outdoor Gemeinschaft für den Klimaschutz mobilisieren. Die emotionale Verbundenheit zum Bergsport und damit auch zur natürlichen Umwelt birgt aus eigener Erfahrung eine ungemeine Kraft, sich für den Schutz der Umwelt zu interessieren und tatsächlich zu handeln. Das, was POW Schweiz tut, ist nebst den ganzen rationalen Hürden, die der Klimaschutz nehmen muss, eine ungemein wichtige emotionale Komponente. Deswegen unterstütze ich das Projekt mit meinem Anteil von BLUMs 1%.

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